Eurowood und Meditation

Zur Unterstützung von Eurowood werden Ben Waalwijk und Rob Schrama gratis in die Technik der Transzendenten Meditation eingeweiht. Das findet in Lelystad statt, wo die Anhänger des Maharishi eine Meditationsgemeinschaft formen. Seitdem benutzen die beiden Künstler auch die Meditation als Aktionsmittel. Im Jahre 1999 schüttelt der Kosovokrieg Europa durcheinander. Wenn Völker auf diesem Kontinent nicht aufhören einander zu bekämpfen, kommt niemals ein Mini-Europa im Markermeer. Deshalb setzt Eurowood sich aktiv für den Frieden und eine bessere Welt ein. Stille wird die Waffe gegen aufkommende Gewalt.

Eurowood meditatie

Das Team von Eurowood meditiert; „en plein public“. Die Meditations-Sitzungen finden an unerwarteten Stellen statt, überall in den Niederlanden. Auf dem Strand bei Camperduin schliesst man die Augen für den Frieden in Kosovo; bei Radio Flevoland, um dort die Stau-Meditation zu einzuführen (1999). Mit der Schienen-Meditation streitet Eurowood auf den Schienen des „Eisernen Rheins“ gegen den Bau der „Betuwe Eisenbahnlinie“ (2000). Die Bio-Meditation beim Standbild der friesischen Stambuchkuh wird im Rahmen der MKS-Krise gehalten. Eurowood introduziert einen fleischlosen Tag für Holland, mit der Imbiss-Meditation vor der Cafetaria von Emile Ratelband und der Braune Bohnen-Meditation vor dem Standbild von Bartje in Assen (2001).

Bei allen Sitzungen ist die Presse gegenwärtig. Oft schon genügt die alleinige Anwesenheit eines Photografen von dem niederländischen Pressedienst, um in den meisten ländlichen Regionalzeitungen für ein Meldung zu sorgen. Meistens sind es Farbphotos die gross abgebildet werden und in einem Blick die Bedeutung der Meditation deutlich machen. Auch der dazugehörige Text passt meistens gut dazu. Tatsächlich werden die künstlerischen Produkte von Eurowood erst durch die Medien fürs Publikum lebendig, zum Beispiel als kurze Items oder durch schöne Bilder, die dann die Herzen berühren und die Menschen zum Nachdenken anregen.

Eurowood meditatie Camperduin 1999

Meditatie bij Camperduin tegen de oorlog in Kosovo (1999)

 


Bio-Meditation

Am Ostermontag des Jahres 2001 wird während der MKS-Krise in Leeuwarden eine Bio-Meditation vor dem Standbild der friesischen Stammbuchkuh „Us Mem“ gehalten. Ben Waalwijk und Rob Schrama meditieren für die vielen hunderttausenden Tierseelen, die Opfer einer Landwirtschaftspolitik sind, die lebendige Wesen zu Produkten reduziert die man dann wegen wirtschaftlicher Interessen ganz einfach vernichtet.


 

Imbiss-Meditation ergibt vor allem ein witziges Bild

Die Volkskrant vom 24. Mai 2001
Janneke van Bergen

Vor dem Schnellimbiss „De Haphoek“ in Arnheim sitzen zwei Männer regungslos auf der Strasse: sie halten Kuscheltiere an sich geklammert und man hat den Eindruck als ob sie in Trance sind. Leute die am Mittwoch beim Einkaufen sind, laufen etwas erstaunt vorbei. Im Moment wo der Eigentümer der „Haphoek“ erscheint, strömen die Zuschauer herbei.

Der meditierende Ben Waalwijk und Rob Schrama der Stiftung Eurowood, führen Aktion gegen das Leid der Tiere. „Der letzte Tag jeden Monats muss ein fleischloser Tag werden“, findet Schrama. Im Zuge dieser Imbissmeditation geben wir positive Energie, die den Eigentümer zur Einsicht bringen soll.

Für das Publikum ist es ein Rätsel was die Aktionsführer mit dieser Meditation erreichen wollen. Die zwei sitzen da, unbeweglich, mit geschlossenen Augen und sagen kein Wort. Dies ist die neue Art der Aktionsführung, erläutert Rob Schrama später. Wir benutzen keine Spanntücher und verdorbenen Tomaten, sondern Spiritualität. „Waalwijk“: Dieses verrückte Bild von zwei Männern die vor einer Imbissstube sitzen bleibt dem Publikum im Gedächtnis. Man fragt sich warum wir hier sitzen und das hat meistens den grössten Effekt.

Der Eigentümer des Schnellimbiss, Emile Ratelband, der pro Tag so ungefähr 1.500 Frikadellen und 3.000 Kroketten verkauft, scheint nicht die Absicht zu haben monatlich einen fleischlosen Tag einzuführen. „Menschen sind Gewohnheitstiere“, behauptet er. Wenn sie Lust auf eine Krokette oder Frikadelle haben, müssen sie die eben einfach aus dem Automaten herausholen können. Wenn ich nur fleischlose Kroketten verkaufe, gebe ich den Kunden nicht was sie wollen.
Aber nach Meinung des Gurus sitzen Schrama und Waalwijk nicht wegen nichts schon seit zwanzig Minuten totenstill. „Jede Aktion ist gut“, findet Ratelband. „Man weiss nie wozu das führen kann. Ein Schmetterling der in Tokio in die Höhe fliegt kann einen Sturm in Russland verursachen.

Nach Ablauf der Imbissmeditation will Ratelband dem Eurowoodteam entgegen kommen. Wenn die Stiftung Eurowood einen guten Lieferanten von vegetarischen Snacks findet, will er sie monatlich in der „Haphoek“ verkaufen. Der Erlös ist dann für einen guten Zweck. Auch wenn die Gemüsehamburger dann neben den Snacks aus Fleisch liegen, sind Waalwijk und Schrama doch zufrieden mit dem Deal.
„Jeder Schritt ist ein Schritt in die gute Richtung“, findet Waalwijk.

 

snack meditatie
snack meditatie

 

 

 

 

 

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