Aktionen der Kunstkonfrontation

Ausgangspunkte der Kunstkonfrontation

Ziel der Kunstkonfrontation ist es gesellschaftliche Gruppierungen, deren Problematik zu wenig Gehör findet, aktiv zu unterstützen und dadurch einen Beitrag zu liefern diese zu lösen. Kunstkonfrontation bieten Individuen aus diesen Gruppen die Möglichkeit mit Hilfe von selbst gewählten Ausdrucksmöglichkeiten dem Gemeinnutzen, Bedürfnis oder Wunsch in der gesellschaftlichen Realität zu konkretisieren.

Kunstkonfrontation umfasst im Prinzip den ganzen Prozess; von der ersten Bekanntgabe des Bedürfnisses bis zu dem Moment wo dieses in die Tat umgesetzt ist. Das Bedürfnis wird nicht immer deutlich formuliert sein, sondern kann auch unbewusst erfahren werden als Unzufriedenheit über eine Situation in der man sich befindet.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember stellen Jugendliche aus Diemen ihre Schuhe vor das Rathaus mit darin einer Wunschliste: ein eigenes Jugendzentrum. Einige Monate später, nach Folgeaktionen, wird ihr Wunsch erfüllt.

Bei einem kunstkonfrontierenden Projekt ist das aktive phantasieren essentiell, weil damit ein gemeinschaftliches Bedürfnis konkret gemacht werden kann. Kunstkonfrontation schliesst dann in erster Linie an beim Individuum. Jedes Individuum hat sein eigenes Ideal in Bezug auf die geänderte Situation und sollte dies auch äussern können um damit einen Beitrag zu liefern für das gemeinschaftliche Ziel nach dem alle streben. In diesem gemeinsamen phantasieren ist eine enorme Kraft verborgen. Jedem ist es angenehm, man regt einander zu neuen Phantasien an und man setzt sich schneller und leichter über alte Grenzen hinweg und traut sich als Gruppe, indem man einander vertraut, mehr neue Wege zu gehen um die Phantasien zu konkretisieren.

Die Anwesenheit der begleitenden Künstler gibt den (sub)kulturellen Äusserungen einer Gruppe eine extra Dimension. Aus ihrer eigenen bildenden Erfahrung heraus sind sie im Stande die Phantasie der Teilnehmer zu stimulieren und den Prozess der Phantasie nach deren Wirklichung mit den Teilnehmern möglich zu machen. Sie können die Grenzen dessen was die Teilnehmer als realisierbar beschauen erweitern, dadurch das sie ihnen die Erfahrung geben dass ihre unternommenen Aktivitäten zu konkreten Resultaten leiten können.



Bewohner in Diemen sperren unerwartet ihre Strasse wegen Belästigung durch Frachtverkehr und geben ein brausendes Fest

Studenten machen an einer gefährlichen Kreuzung in Amsterdam einen „Zebrastreifen für Fahrradfahrer“

 

Um eine bestimmte Zielgruppe verantwortungsvoll begleiten zu können ist Kenntnis dieser (Sub)kultur nötig. Diese Kenntnis allein ist aber nicht genug. Das wichtigste ist dass man aus einem Gefühl der Solidarität heraus sich für eine Zielgruppe entscheidet. Offenheit gegenüber deren Problemen, ihren Wünschen und Bedürfnissen, ihren Möglichkeiten und Grenzen, sowohl als Gruppe als auch individuell, sind essentiell um eine solche Gruppe zu stimulieren und zu begleiten im konkretisieren ihrer Bedürfnisse.

Ein kunstkonfrontierendes Projekt führt nur dann zu einem Ergebnis, wenn die gewünschten Veränderungen auch wirklich erreichbar sind und von einer grossen Gruppe unterstützt werden. Oftmals wird die gewünschte Änderung nicht direkt durch die Betroffenen selbst in Wirklichkeit erreicht werden, bildende Aktivitäten dieser Gruppe können auf indirekte Art, dadurch dass man die Problematik zum Ausdruck bringt, mehr Effekt haben. Die Gruppe sollte die Problematik derart in die Öffentlichkeit bringen, und das immer wieder tun, sodass ihr niemand mehr aus dem Weg gehen kann. Das Darstellungsvermögen muss deutlich auf diejenigen gerichtet sein die sehr wohl im Stande sind die speziellen Bedürfnisse dieser Gruppe zu beantworten.

 

Ein “Stilleben” mit Putzmitteln im Maagdenhuis von Amsterdam aus Protest gegen die Sparmassnahmen in Studentenheimen. Der Trödelladen in Amersfoort hat keinen Aufbewahrungsraum. Deshalb bemalen die Mitarbeiter ihre Sachen auf einem zentral gelegenen Platz in der Stadt.

Der bildhafte Ausdruck der Problematik muss ästhetisch stark sein. Das heisst: erst wenn jeder sofort sieht um welche Problematik es geht, kann die Bildersprache die Kraft haben die Eindruck macht. Unterstützt von der Presse und der öffentlichen Meinung, die den symbolischen Ausdruck des Problems würdigen, können die bildenden Aktionen die betreffenden Instanzen so unter Druck setzen, dass sie gezwungen werden um die gewünschte Veränderung auszuführen.

Möchten Sie ihre Aktion mit Hilfe von Kunstkonfrontation zu einem Erfolg werden lassen? Nehmen Sie dann Kontakt auf zu Rob Schrama

 

 

 

 

 

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