EINLEITUNG KUNSTKONFRONTATION
Foto: Marnix Carpentier-Alting
Kunstkonfrontation

Viele Menschen interessieren sich nicht für bildende Kunst. Laut Statistiken besuchen mehr als 70% der niederländischen Bevölkerung niemals eine Ausstellung oder ein Museum. Viele dieser Museen und Galerien hängen voll moderner Kunst; Arbeiten in denen vor allem die Erlebniswelt des Künstlers zum Ausdruck gebracht wird. Es sind freie Experimente mit Farben, Linien und Formen die eine Welt zeigen die nicht unbedingt für jeden verständlich ist. Was diese Kunst zum Ausdruck bringt, ist meist weit entfernt von der Erlebniswelt der Menschen; weit weg von deren Wünschen, Bedürfnissen und Problemen. Darum ist es auch nicht verwunderlich dass so viele Menschen kein Interesse für moderne Kunst haben. Sie verstehen sie nicht. Die künstlerischen Entblössungen haben nichts gemein mit der Erfahrungswelt dieser Menschen und bieten ihnen darum keinen Halt im täglichen Leben.

Die Ausdruckskraft, die von der Kunst ausgehen kann, landet in unserer Gesellschaft auf dem Abstellgleis, weil das Publikum das sich mit dieser Kunst beschäftigt, in der Hauptsache aus einer intellektuellen Oberschicht der Bevölkerung besteht. Künstler sind auf eine kunstliebende Elite angewiesen, die sie jedoch nicht selbst ausgewählt haben. In progressiven Kreisen fragt man sich, ob die moderne Kunst nicht völlig durchs etablierte Bürgertum aufgeschluckt ist und dadurch unschädlich gemacht ist.

Die Stiftung Kunstkonfrontation sucht neue Gebiete und Möglichkeiten für eine kritische Benutzung der Bildersprache. Merkmale der Kunst, wie zum Beispiel das zur Diskussion stellen von festgefahrenen Regeln und Normen und das Finden von Alternativen für bestehende Situationen, können durch jeden und überall angewendet werden. Die Stiftung unterstützt gezielt Veränderungsprozesse in der Gesellschaft und stimuliert Menschen, um mit Hilfe von selbst gewählten Ausdrucksmöglichkeiten einen gemeinschaftlichen Wunsch oder ein Bedürfnis im täglichen Leben in die Tat umzusetzen.

Die treibenden Kräfte in der Stiftung Kunstkonfrontation sind Netty Gelijsteen und Rob Schrama. Seit ihrer Gründung, Ende der siebziger Jahre, wurden viele bunte und zielgerichtete Aktivitäten ausgeführt mit Bewohnern aus der Nachbarschaft, Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Hausbesetzern und der Friedensbewegung. Rob Schrama und Netty Gelijsteen werden von Akademien und Universitäten im In- und Ausland eingeladen, um die Kunstkonfrontation-Methode der Aktionsführung mit Studenten in die Tat umzusetzen. Die folgenden Seiten zeigen eine Anzahl von Aktivitäten in Aktions- und Unterrichtssituationen. Zwischen diesen Beispielen aus der Praxis, können Sie noch mehr lesen über die Ausgangspunkte der Kunstkonfrontation.








Wandmalerei in Diemen aus Protest gegen das heranrückende Amsterdam


Künstler protestieren gegen den Bau der Stopera in Amsterdam

 

 

 

 

 

 

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